Donnerstag, 24. Januar 2008

Seife in der Literatur

Gedanken am Samstagabend


Im Wasser schwimmt der Gummischwamm,
denn heut ist Samstag, und ich bade.

Zwei Zähne fehlen mir am Kamm,
es duftet laut nach Haarpomade.-

Das Wasser tropft ins Abflußrohr,

der Stöpsel scheint nicht gut zu schließen.
Ich habe Seife in dem Ohr
und Hühneraugen an den Füßen.


Das Wasser ist schon stark getrübt,
nur mühsam wälzen sich die Fluten.

Ich bin seit vorgestern verliebt,
da hilft kein Blasen und kein Tuten.-

Heinz Erhardt

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich "Euer Gnaden".

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.

Joachim Ringelnatz

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